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Sehnsucht nach dem Paradies
Back to the Garden in der 60 Wall Gallery


Mit ihrer aktuellen Ausstellung feiert die 60 Wall Gallery der Deutschen Bank New York das 40-jährige Jubiläum des legendären Woodstock Festivals. Die Arbeiten von 18 internationalen Künstlern in "Back to the Garden" zeigen, dass die Sehnsucht der Flower-Power-Generation nach einem Leben im Einklang mit der Natur auch heute noch weiterlebt.


"We are stardust, we are golden, and we’ve got to get ourselves back to the garden…": Noch immer hallen die Sehnsüchte einer ganzen Generation in Joni Mitchells Hymne an die Aufbruchstimmung der späten Sechziger nach. Doch heute erscheint der Ruf nach einer Rückkehr zu menschlicher Ursprünglichkeit mit ambivalenten Gefühlen besetzt. Angesichts von Klimawandel, Kriegen, politischem und religiösem Fundamentalismus wirkt die Idee eines gewaltfreien und naturverbundenen Zusammenlebens utopischer denn je. Zugleich stehen der zunehmenden Unsicherheit ein sich rapide verbreitendes Umweltbewusstsein und ein Optimismus des Yes we can entgegen.

Back to the Garden, die aktuelle Ausstellung in der 60 Wall Gallery der Deutschen Bank New York, vereint 18 internationale Künstler, für deren Arbeiten der Garten das Leitmotiv bildet. Mit den Medien Zeichnung, Malerei, Fotografie und Skulptur beleuchtet die Ausstellung zeitlose Themen wie Schönheit, Werden und Vergehen aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Zugleich kommentieren andere Positionen ganz weltliche Probleme. Sie tun dies mit Humor, wie etwa Luisa Caldwell, die ihre an Pop Art oder Marimekko-Stoffe erinnernden Blüten aus den kleinen Stickern zusammensetzt, die man auf Früchten findet. Oder sie nutzen metaphorische Bilder. So Neeta Madahar in den Fotogrammen ihrer Serie Cosmoses (2006), für die sie Origami-Blüten auf Fotopapier gestreut und dann belichtet hat. Die zarten floralen Formen vor monochromen Hintergründen vermitteln dem Betrachter das Gefühl, in eine Art Unendlichkeit zu blicken. Wie Madahars hyperästhetischen Arrangements oszillieren auch die Fotoarbeiten des französischen Künstlers Didier Massard zwischen Natürlichem und Künstlichem. Was auf den ersten Blick real aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Fake: Die Unterwasserlandschaft samt Seepferdchen oder der April Garden (2009) entstanden in Massards Pariser Studio und wurden dann abfotografiert. Artificial Paradise lautete dann auch der überaus treffende Titel seiner Ausstellung 2003 in der Julie Saul Gallery.

Phoebe Washburns Zeichnung RFMM Gardener Schedule Study (2007) bezieht sich auf ihre Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim, Regulated Fool’s Milk Meadow. Dieses Environment funktionierte als eine Art Gras-Fabrik, in der ein Förderband Rasenstücke auf das Dach einer raumfüllenden Holzkonstruktion transportierte, wo sie anschließend langsam verdorrten. Den Zeitplan für die Rasenpflege hat Washburn in einer Serie von Zeichnungen festgehalten, in der man die Vorliebe der New Yorkerin für hochkomplexe Systeme erkennt.

Gärten sind von Menschen geschaffene Orte, die uns mit der Natur in Verbindung bringen und an denen wir Kraft schöpfen. Viele der ausgestellten Werke entwickeln eine ganz individuelle Sicht auf diese Möglichkeiten. Andere wiederum beleuchten die Vergänglichkeit des Lebens oder die dunklen Seiten der menschlichen Natur. Die japanische Fotografin Miwa Yanagi etwa zeigt die böse Königin aus dem Märchen Schneewittchen. In ihrer Hand hält sie den Apfel, mit dem sie Schneewittchen vergiften wird. Snow White (2004) bezieht sich aber nicht nur auf das Märchen, sondern auch auf die Schöpfungsgeschichte, die mit der Vertreibung aus dem Paradies endet.

Seitdem Adam und Eva im Garten Eden den Apfel aßen, hat die Gewahrwerdung ihrer Nacktheit eine wahre Flut von Dualitäten nach sich gezogen: Gut und Böse, Mann und Frau, Eros und Thanatos. Während die Erdbevölkerung auf sieben Milliarden Menschen angewachsen ist, erscheint auch die Dualität zwischen dem individuellen Anspruch auf Erfüllung und globalen Zusammenhängen komplexer denn je. "Got to get back to the land and set my soul free", singt Joni Mitchell in ihrem Song, der den Wunsch nach einem alternativen Leben und einfacheren Zeiten ausdrückt. Die unterschiedlichen Positionen in Back to the Garden fordern dazu auf, sich kritisch aber durchaus auch optimistisch mit dieser Utopie auseinanderzusetzen – ganz gleich, wie ernüchternd die Realität auch sein mag.

Teilnehmende Künstler: Augusta BARREDA (PE) / Donald BAECHLER (US) / Luisa CALDWELL (US) Diane COOK (US) / Justin FRANCAVILLA (US) / Len JENSHEL (US) Neeta MADAHAR (UK) / Didier MASSARD (FR) / Stuart O’SULLIVAN (SAF) Christopher RUSSELL (US) / Alessandra SANGUINETTI (ARG) / Hiroe SAEKI (JA) Monique SAFFORD (US) / Fred TOMASELLI (US) / Will VILLALONGO (US) Phoebe WASHBURN (US) / Saya WOOLFALK (US) / Miwa YANAGI (JA)

Back to the Garden
10. August – 27. November 2009
60 Wall Gallery, Deutsche Bank, 60 Wall Street, NYC.
Open to the public by appointment only




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